Der nächste „Big Short“? Warum Legende Michael Burry jetzt Millionen gegen den KI-Liebling Micron wettet!
Der Mann, der die globale Finanzkrise von 2008 meisterhaft vorausgesagt und damit Milliarden verdient hat, schlägt wieder zu. Michael Burry, die legendäre Ikone aus dem Hollywood-Erfolg „The Big Short“, hat ein neues Ziel im Visier: den unaufhaltsam scheinenden Hype rund um Künstliche Intelligenz (KI) und die damit verbundenen Halbleiter-Aktien. Im Zentrum seiner neuesten, aggressiven Leerverkaufswelle steht ein Gigant der Chipbranche: Micron Technology.
Während die breite Masse der Anleger aus Angst, den Anschluss zu verpassen (FOMO – Fear of Missing Out), blindlings in Tech-Werte investiert, zieht Burry die Reißleine. Für ihn ist die aktuelle Rallye an den weltweiten Börsen keine gesunde Marktentwicklung, sondern eine gefährliche Spekulationsblase, die auf tönernen Füßen steht. Mit einer präzise platzierten Short-Position stellt sich das finanzielle Mastermind direkt gegen den Markttrend und sendet Schockwellen durch das Silicon Valley und die Wall Street.
Michael Burrys radikale Wette gegen Micron Technology
Es sind deutliche Worte, die Michael Burry für die aktuelle Marktsituation findet. In einem viel beachteten Beitrag auf der Plattform Substack machte der Gründer von Scion Asset Management öffentlich, dass er eine massive Short-Position gegen Micron Technology eröffnet hat. Konkret gab Burry an, die Aktie bei einem Kursniveau von 1.051,87 US-Dollar leerverkauft zu haben.
Bei einem Leerverkauf (Short Selling) leiht sich ein Investor Aktien, um sie sofort zu verkaufen, in der Hoffnung, sie später zu einem weitaus günstigeren Preis zurückzukaufen. Die Differenz ist der Gewinn. Ein extrem risikoreiches Unterfangen, das in Burrys Augen mathematisch und historisch jedoch absolut folgerichtig ist. Da die implizite Volatilität extrem hoch war, verzichtete Burry bewusst auf teure Put-Optionen und setzte stattdessen auf den direkten Leerverkauf der physischen Aktie.
Warnung vor der „Greater-Fool-Theorie“ im KI-Sektor
Burry begründet seinen Schritt keineswegs mit einer plötzlichen Schwäche der Technologie an sich. Vielmehr kritisiert er die Psychologie der Marktteilnehmer. Die aktuelle Kursjagd sei nicht das Ergebnis nüchterner, fundamentaler Unternehmensanalysen, sondern werde durch die sogenannte „Greater-Fool-Theorie“ (Theorie des noch Größeren Narren) angetrieben.
Diese Theorie besagt, dass Anleger Vermögenswerte völlig unabhängig von ihrem realen Wert kaufen, weil sie darauf vertrauen, die Papiere später an einen noch „größeren Narren“ zu einem noch höheren Preis weiterverkaufen zu können. Unterstützt wird diese Dynamik durch den sogenannten Public Commitment Bias – Marktteilnehmer haben sich so sehr öffentlich auf den anhaltenden Erfolg von KI-Aktien festgelegt, dass sie Warnsignale ignorieren. Wenn die Kette der Käufer abreißt, droht ein rasanter Kursverfall.
Warum Micron die perfekte „Crash-Aktie“ für Shortseller ist
Dass Michael Burry ausgerechnet Micron Technology für seine Millionenwette ausgewählt hat, ist kein Zufall. Micron ist einer der weltweit führenden Hersteller von Speicherchips, insbesondere von DRAM und hochentwickeltem High Bandwidth Memory (HBM), der für die Rechenzentren von Nvidia unerlässlich ist. Das macht die Aktie zum ultimativen Nutzniesser des KI-Booms – aber eben auch extrem anfällig für Übertreibungen.
Die historische Volatilität von Speicherchips: 34 Abstürze im Rückblick
Der Markt für Speicherchips unterscheidet sich fundamental von anderen Tech-Bereichen: Er ist extrem zyklisch. Auf Phasen akuter Knappheit und explodierender Preise folgen historisch fast immer Phasen der Überproduktion, die zu einem dramatischen Preisverfall führen.
Historische Daten zeigen, dass die Aktie von Micron Technology in ihrer Börsengeschichte bereits 34 Mal einen Kurseinbruch von über 30 Prozent erlitten hat. Zudem notiert das Papier derzeit so weit über seiner 200-Tage-Linie wie seit dem Jahr 1984 nicht mehr – selbst während der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende war der Abstand nicht so extrem. Michael Burry wettet nun ganz gezielt darauf, dass Absturz Nummer 35 unmittelbar bevorsteht.
Nicht nur Micron: Burrys milliardenschwere Wette gegen den gesamten KI-Boom
Wer glaubt, Burrys Skepsis beschränke sich nur auf ein einzelnes Unternehmen, der irrt gewaltig. Der legendäre Shortseller hat seine Strategie in den vergangenen Wochen kontinuierlich ausgeweitet und geht nun koordiniert gegen die tragenden Säulen der gesamten Tech-Rallye vor. Für eine umfassende Bewertung lohnt sich an dieser Stelle ein Blick auf eine [aktuelle Halbleiter-Marktanalyse].
Die Anatomie der neuen Short-Welle
- Nvidia Corporation: Das Aushängeschild des weltweiten KI-Hypes steht schon länger unter Burrys Beobachtung. Er sieht hier eine extreme Bewertung, die anfällig für eine baldige Korrektur ist.
- Applied Materials: Als Zulieferer für die Halbleiterindustrie hängt das Unternehmen direkt am Tropf der Chip-Produzenten. Burry sieht hier erhebliche Überkapazitäten voraus.
- Der SOXX ETF: Um das Risiko zu skalieren, wettet Burry über den bekannten Halbleiter-ETF (iShares Semiconductor) gleich gegen den gesamten Sektor auf einmal.
Um sein Portfolio dennoch abzusichern, hat Burry parallel dazu seine bestehenden Long-Positionen in defensiveren oder unterbewerteten Titeln wie PayPal, Sprouts Farmers Market und Zoetis ausgebaut.
Kennzahlen und Short-Ziele im Überblick
Um die Dimensionen des aktuellen Marktumfeldes zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die jüngsten Schlusskurse der betroffenen Kernwerte an den Handelsplätzen (Stand Juli 2026):
| Unternehmen / Index | Aktueller Kurs (Euro / USD) | Burrys Marktposition | Hauptrisiko laut Analyse |
| Micron Technology Inc. | ~899,00 EUR / $1.051,87 (Short) | Stark Short | Extreme Zyklik, 34 historische Abstürze |
| Applied Materials Inc. | ~225,50 EUR / $243,00 | Short | Abhängigkeit von Investitionszyklen der Chip-Riesen |
| Nvidia Corporation | ~112,40 EUR / $121,00 | Short / Puts | Extreme Bewertung, drohende Überkapazitäten bei Kunden |
| iShares Semiconductor ETF (SOXX) | ~215,10 EUR / $231,50 | Short | Sektorweite Überbewertung im Halbleiterbereich |
Was bedeutet das für Kleinanleger? FOMO vs. Fundamentalanalyse
Das größte Risiko für Kleinanleger ist derzeit die emotionale Komponente. Wenn Kurse über Monate hinweg nur eine Richtung kennen, setzt der Verstand oft aus. Doch die Warnung von Michael Burry sollte ernst genommen werden: Wenn die großen Tech-Konzerne feststellen, dass sich die gigantischen Investitionen in KI-Infrastruktur nicht schnell genug in barer Münze und echten Gewinnen auszahlen, werden sie ihre Bestellungen bei Micron, Nvidia und Applied Materials drastisch kürzen. Erst kürzlich gab es Berichte, dass erste Großkonzerne überschüssige Cloud-Kapazitäten wieder abstoßen wollen, was als erster Riss im Fundament gedeutet werden könnte.
Fazit: Platzt jetzt die gigantische KI-Blase?
Ob Michael Burry mit seiner Wette auf den 35. Absturz von Micron recht behält, wird sich zeigen. Eines ist sicher: Der Investor hat bewiesen, dass er bereit ist, anfängliche Buchverluste auszusitzen, bis der Markt zur Vernunft kommt. Für den deutschen Aktienmarkt bedeutet Burrys Einstieg ein klares Stoppsignal für blinden Optimismus. Wer jetzt noch auf den KI-Zug aufspringt, sollte ein striktes Risikomanagement und Stop-Loss-Orders betreiben.
