SAP zündet nächste Milliarden-Tranche beim Aktienrückkauf 

SAP zündet nächste Milliarden-Tranche beim Aktienrückkauf 
27 Juli 2026 0 Von Michael Oluwafemi

Die SAP SE treibt ihr milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm weiter voran. Der Softwarekonzern aus Walldorf hat am 27. Juli 2026 den Start der zweiten Tranche seines bereits angekündigten Rückkaufprogramms bekannt gegeben. Bis zu 2,6 Milliarden Euro sollen in den kommenden Monaten für den Erwerb eigener Aktien eingesetzt werden.

Das Gesamtprogramm umfasst ein Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro und läuft bis 31. Dezember 2027. Mit der zweiten Phase setzt SAP seine Kapitalstrategie konsequent fort und sendet zugleich ein starkes Signal an Investoren über die eigene Finanzkraft und das Vertrauen in die langfristige Unternehmensentwicklung.

Zweite Tranche: Die wichtigsten Eckdaten

Die zweite Tranche beginnt am 27. Juli 2026 und soll spätestens am 27. Januar 2027 abgeschlossen werden. Für diesen Zeitraum stellt SAP bis zu 2,6 Milliarden Euro (ohne Erwerbsnebenkosten) bereit.

Die Rückkäufe erfolgen ausschließlich über den Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Ein unabhängiges Kreditinstitut führt die Käufe eigenverantwortlich durch. Damit erfüllt SAP die europäischen Vorgaben zur Marktmissbrauchsverordnung sowie die Safe-Harbour-Regeln für Aktienrückkäufe.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

PunktDetails
GesamtprogrammBis zu 10 Milliarden Euro
Zweite TrancheBis zu 2,6 Milliarden Euro
Zeitraum27. Juli 2026 bis spätestens 27. Januar 2027
HandelsplatzXetra, Frankfurter Wertpapierbörse
AusführungUnabhängiges Kreditinstitut
Laufzeit GesamtprogrammBis 31. Dezember 2027

Grundlage ist der Beschluss der Hauptversammlung

Der Rückkauf erfolgt auf Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 11. Mai 2023. Diese erlaubt dem Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats, bis Mai 2028 eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals zu erwerben.

Nach Angaben des Unternehmens können derzeit noch 48.578.566 Aktien im Rahmen dieser Ermächtigung zurückgekauft werden.

Auf Grundlage des Xetra-Schlusskurses vom 24. Juli 2026 entspräche das Budget der zweiten Tranche rund 18,54 Millionen Aktien beziehungsweise etwa 1,51 Prozent des Grundkapitals. Die tatsächliche Zahl hängt jedoch vom jeweiligen Börsenkurs während der Laufzeit des Programms ab.

Klare Regeln für den Rückkauf

SAP hat für die Durchführung klare Grenzen festgelegt. Der Kaufpreis darf den durchschnittlichen Schlusskurs der letzten drei Handelstage um höchstens 10 Prozent überschreiten und maximal 20 Prozent unterschreiten.

Außerdem gilt:

  • Das tägliche Rückkaufvolumen darf höchstens 25 Prozent des durchschnittlichen Handelsvolumens der vergangenen 20 Börsentage betragen.
  • Zwischen 21. Dezember und 31. Dezember 2026 finden keine Käufe statt.
  • Alle Transaktionen werden regelmäßig auf der Investor-Relations-Webseite von SAP veröffentlicht und mindestens fünf Jahre dokumentiert.

Diese Vorgaben sollen einen transparenten und fairen Ablauf sicherstellen.

Warum Aktienrückkäufe für Anleger wichtig sind

Aktienrückkäufe gehören zu den wichtigsten Instrumenten der Kapitalallokation großer börsennotierter Unternehmen. Werden eigene Aktien erworben und anschließend eingezogen oder im Bestand gehalten, sinkt die Zahl der frei umlaufenden Aktien.

Für Aktionäre kann das mehrere Vorteile haben.

Höherer Gewinn je Aktie

Verteilt sich der Unternehmensgewinn auf weniger Aktien, steigt rechnerisch der Gewinn je Aktie (Earnings per Share, EPS). Dies kann die Bewertung des Unternehmens unterstützen.

Signal des Managements

Ein umfangreiches Rückkaufprogramm wird häufig als Zeichen dafür gewertet, dass das Management die eigene Aktie langfristig für attraktiv hält und über ausreichend finanzielle Mittel verfügt.

Zusätzliche Nachfrage am Aktienmarkt

Da SAP über Monate regelmäßig Aktien kauft, entsteht eine kontinuierliche Nachfrage nach dem Papier. Dies kann den Kurs unterstützen, auch wenn ein Rückkauf keine Garantie für steigende Aktienkurse darstellt.

SAP unterstreicht seine starke Finanzposition

Mit dem Milliardenprogramm reiht sich SAP in eine Gruppe internationaler Technologieunternehmen ein, die einen Teil ihrer hohen freien Cashflows an die Aktionäre zurückgeben.

Der Softwarekonzern profitiert zunehmend von seinem Cloud-Geschäft mit wiederkehrenden Umsätzen. Diese Entwicklung sorgt für stabile Cashflows und verschafft dem Unternehmen finanziellen Spielraum für Investitionen, Dividenden und Aktienrückkäufe.

Als wertvollstes Unternehmen im DAX setzt SAP damit weiterhin Maßstäbe bei der Kapitalrückführung an seine Aktionäre.

Welche Risiken Anleger kennen sollten

Trotz der positiven Wirkung sind Aktienrückkäufe kein Selbstläufer. Ein Teil des verfügbaren Kapitals wird für den Erwerb eigener Aktien verwendet und steht dadurch nicht für mögliche Übernahmen oder zusätzliche Investitionen in Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz zur Verfügung.

Außerdem beeinflusst der Aktienkurs den Umfang der Rückkäufe. Steigt der Kurs deutlich, können mit dem vorgesehenen Budget entsprechend weniger Aktien erworben werden.

Auch das wirtschaftliche Umfeld bleibt ein wichtiger Faktor. Eine schwächere Nachfrage nach Unternehmenssoftware oder sinkende IT-Ausgaben der Kunden könnten die operative Geschäftsentwicklung belasten und den positiven Effekt des Rückkaufprogramms teilweise überlagern.

Ausblick für die SAP-Aktie

Mit dem Beginn der zweiten Tranche setzt SAP seine angekündigte Kapitalstrategie konsequent um. Für Anleger steht nun im Fokus, wie schnell die Rückkäufe umgesetzt werden und wie sich gleichzeitig das Cloud-Geschäft entwickelt.

Sollte SAP sein profitables Wachstum fortsetzen und die Nachfrage nach Cloud-Lösungen hoch bleiben, könnte die Kombination aus steigenden Gewinnen und einer sinkenden Zahl ausstehender Aktien die langfristige Entwicklung des Unternehmens zusätzlich unterstützen.

Die regelmäßig veröffentlichten Rückkaufdaten dürften deshalb in den kommenden Monaten ein wichtiger Orientierungspunkt für Investoren bleiben.

Fazit

Der Start der zweiten Tranche des 10-Milliarden-Euro-Aktienrückkaufprogramms bestätigt die solide Finanzlage von SAP. Mit einem Budget von bis zu 2,6 Milliarden Euro bis Januar 2027 setzt der Softwarekonzern seine langfristige Kapitalstrategie fort und stärkt gleichzeitig die Attraktivität der Aktie für Investoren.

Für Aktionäre bleibt entscheidend, dass SAP den Rückkauf mit einem anhaltend starken operativen Geschäft verbindet. Gelingt dies, könnten sowohl das Gewinnwachstum je Aktie als auch die langfristige Wertentwicklung des Unternehmens profitieren.